Und worauf es für Sie ankommt – nämlich nicht immer auf die Kosten

Wissenswertes und Nachrichten werden in der modernen Welt per Mausklick weitergeleitet. Dies gilt für alle Daten und Formate – Audio, Video und Texte. Auf die Bequemlichkeit kommt es an – wer darauf achtet, bleibt wettbewerbsfähig. Auch wenn Sie selbst zu denen gehören, die Informationen weiterleiten oder privat Aufmerksamkeit erregen wollen, wissen Sie, wie wichtig es ist, zunächst den Blick Ihres Publikums auf sich zu lenken und dann genau das zu sagen, was Sie wollen und
wie Sie es wollen. Werden Mitteilungen jedoch verfälscht – in welchem Format auch immer – hat das Konsequenzen, sogar zuweilen tödliche.

Beispiel: Googles Aprilscherz.   Es ging um die sogenannte „Mic Drop“-Funktion, die im E-Mailsystem mit dem üblichen „Senden und Archivieren“ vertauscht wurde. Ein Minion mit einer Krone sollte komisch aussehen – in einem bewegten Icon (GIF) entstand der Eindruck, der E-Mail-Absender würde seinen Empfänger absolut respektlos behandeln, was letzterer – auch ohne Kenntnis des Aprilscherzes –  direkt so auffasste.  Sollten ernsthafte E-Mails verschickt werden, erhielten die Absender somit verärgerte Antworten von ihren Empfängern.  Eines der Hauptprobleme dieses Scherzes war die Übersetzung von Ideen oder Ansichten, die dem Verschulden Dritter anzulasten waren.

Was aber hat das alles mit dem Thema der Online-Übersetzung zu tun? Das Beispiel oben eignet sich ideal zur Veranschaulichung des Problems fehlerhafter, automatischer Übersetzungen. Diese nämlich arbeiten nur mit Codes und Scripts, die von Softwaretechnikern programmiert wurden – um etwas, das wie eine Übersetzung aussieht, zu erzeugen und dies les- und hörbar zu machen. Ein Mensch, der nachdenkt, übersetzt und Anleitungen im Einzelfalle neu konzipiert, ist hier nicht am Werk.

Warum automatische Übersetzungsprogramme dennoch gefragt sind? Eine typische Antwort: „Sie sind billiger.“ Ist diese Antwort überhaupt richtig?
Wenn Sie eine umfangreiche Online-Übersetzungssoftware für sich selbst oder für Ihr Unternehmen einsetzen wollen, können Sie diese nur gegen Zahlung einer hohen Lizenzgebühr installieren. Auch die geplante Anzahl der Anwender spielt eine Rolle: In Ihrer Firma, in der Übersetzungen häufig gefragt sind, werden solche Programme von vielen genutzt. Je mehr Nutzer, desto höher der Preis. Auch wenn Sie die Option der „unbegrenzten Nutzeranzahl“ wählen, zahlen Sie nicht schlecht für die Installation der Software.

Hinzukommen die Kosten der regelmäßigen Vertragserneuerung mit dem Anbieter.  Wir leben in einer Zeit, in der sogar die kleinsten Smartphones ohne Updates nicht auskommen – und das trifft auch für Ihre sprachaktivierte Übersetzungssoftware zu. Wollen Sie immer eine Bestleistung aus Ihrer Software ziehen, werden Sie zur Zahlung einer stetigen Gebühr herangezogen.

Gibt es Probleme mit der Software, entstehen wiederum Kosten.  Es können Fehler auftreten, das Programm ist möglicherweise nicht auf sämtlichen Geräten abrufbar, Hacker können sie unbrauchbar machen oder es müssen Viren entfernt werden. Zusatzkosten! Das ist das Stichwort, wenn Sie Ihre Software intakt und in bester Geschwindigkeit halten wollen. Auch müssen Sie die automatisch angefertigten Übersetzungen korrigieren!  Auch das kostet.

Ebenso müssen Online-Übersetzungen nach dem Mehraugenprinzip überprüft werden. Bei Finanzthemen, Regierungsaufträgen und medizinischen Texten gibt es für Fehler keinen Spielraum.  Wenn Sie Mitarbeiter zur Überprüfung automatisch erstellter Texte einstellen müssen – warum vermeiden Sie dies nicht, indem Sie sich von Anfang an auf manuelle Übersetzungen verlassen?

Sicherlich stehen Kosten an erster Stelle – aber das ist nicht alles. Sondern es geht auch um Nuancen, Qualitätsverfeinerungen, Verbesserungen und mehr – Dinge, bei denen Software machtlos ist. All dies wird im nächsten Kapitel detailliert behandelt. Was jedoch hier gesagt werden will: Es geht nicht in erster Linie um die Kosten. Doch auf andere Details zu achten, ist entscheidend – und spart Geld.

Wer falsch entscheidet, schadet seinem Unternehmen

Im Beispiel oben liegen Online-Übersetzungen weit unter ihrem Anspruch und Rückschläge sind zu erwarten.  Ein anderes einfaches Beispiel, das Sie sicher schon kennen!

Kinder – und auch Bürokollegen (um die Aufmerksamkeit und den Teamgeist zu schärfen) – spielen gerne ein populäres Spiel.    Es geht um „Stille Post“. Eine Nachricht erreicht zuerst den Ersten, der diese an den Zweiten weiterreicht usw. und soll am Ende der Kommunikationskette noch authentisch bleiben.  Die Kommunikation erfolgt im Flüsterton.  Normalerweise kommt am Ende nicht an, was am Anfang gesagt wurde. Nicht einmal annähernd!

Das Gleiche geschieht mit Online-Übersetzungen. Der Originaltext kann unter Umständen einen ganz anderen Inhalt haben, als dies eine automatische Online-Übersetzung vermuten lassen will. Es erklärt sich völlig von selbst, dass hierbei Firmen ernsthaft zu Schaden kommen können. Die Lösung: Vergeben Sie Ihre Aufträge an menschliche Übersetzer!

Online-Übersetzungen erzeugen Wirtschaftsschäden – hierzu einige Beispiele aus dem Alltag.  Beispiel 1: Eine volkstümliche Geschichtenerzählerin möchte mit einem gewissen Stolz ihr ererbtes Kulturgut an die Welt weitergeben. Sie hat bereits Bücher und Romane über „ihr Thema“ veröffentlicht, die Anerkennung fanden, weil der Leser sich persönlich berührt fühlt und vom Lokalkolorit fasziniert ist – Faktoren, die einer Erzählung Bodenhaftung und Liebenswürdigkeit verleihen. Das Leserecho motiviert nun unsere Autorin, eine englische Übersetzung in Auftrag zu geben. Doch diese scheitert kläglich, weil literarische Akzente nicht korrekt übersetzt wurden.

Beispiel 2: Es geht um Sprachaufnahmen. Stellen wir uns einen Buchhalter vor, der seine Überlegungen und Bilanzen in fließendem Hindi in ein Mikrofon spricht und abspeichert.  Einer seiner französischen Kollegen benötigt eine Bilanz und bittet nun um eine solche Sprachdatei.  Unser Buchhalter erstellt diese und versendet sie an sein Gegenüber, der sie automatisch übersetzen lässt. Das Wort „saath“ mit einem harten „t“ bedeutet „60“. Ein weiches „t“ erzeugt hier die Bedeutung „mit“ oder „Gemeinschaftsgefühl“. Der Inder ist nicht mehr im Büro und der Franzose ist verzweifelt, weil er „Gemeinschaftsgefühl“ nicht so recht mit einer Bilanz zu verbinden weiß.

Dies sind nur kleine Beispiele irregeführter Technik – aber im wirklichen Leben kann dies zu Katastrophen führen.  Die Nuancen, mit der durch Sprache Kunstwerke geschaffen werden (mündlich oder schriftlich), nämlich Kurzgeschichten, Autobiographien oder Poesie, werden zuweilen ersatzlos gestrichen, wenn mechanische und emotionslose Übersetzerprogramme herangezogen werden, die nicht die Seele eines Texts erkennen.   Ein Kunstwerk wird so für den Außenstehenden völlig farblos. In unseren Beispielen kommt es auf Präzision an. Die Originalinhalte wurden nicht einmal entfernt übertragen.

Eine Software kann nicht auf Gefühl, auf redaktionelle Sensibilität, auf die Übersetzung von Ideen und nicht von Worten, auf die bestmögliche Formulierung im Hinblick auf bestimmte Zielgruppen usw. programmiert werden. Der Mensch als Übersetzer ist hier unverzichtbar. Bücher voller Geschichten sind heute auch für Kinder verfügbar – von Autoren, die hunderte von Jahren in entfernten Orten lebten. Wie konnte man solche Erzählungen kindgerecht verständlich übersetzen? Der in zwei Sprachen bewanderte Mensch setzte alles daran, seine Übersetzung so einfach wie möglich zu gestalten, ohne den Texten ihren Kern zu entreißen.

Auch in der Forschung werden oft höchst unterschiedliche Meinungen über Graubereiche präsentiert und diskutiert. Wie soll dies einer Software beigebracht werden, die nur mit Binärcodes und mit präzisen Resultaten arbeitet?  Die menschliche Erfahrung ist von unschätzbarem Wert – ein Übersetzer kann in seiner Arbeit auf seinen gesamten Wissensschatz zurückgreifen und Leerstellen überbrücken, die sonst bei einer automatischen Bearbeitung unlösbar geblieben wären und Probleme noch verschärft hätten.

Schlussfolgerung

Es hat angeblich in der Luftfahrt Überlegungen gegeben, auf den Piloten zu verzichten und Flüge nur noch fernzusteuern. Doch es wurde nachgewiesen, dass künstlicher Intelligenz – auch weit entwickelt – dynamische Änderungen in Echtzeit verborgen bleiben. Der „künstliche Mensch“ kann keine Anpassungen vornehmen, um die besten Resultate zu erzeugen.  Nur ein wirklicher Pilot weiß, wann er seine Maschine nach oben oder unten führen sollte.   Kein Roboter, keine Software ist darauf programmierbar, so sensible und wichtige Aufgaben selbständig durchzuführen.

Online-Übersetzungsprogramme sind mit Roboterpiloten zu vergleichen. Manche Vorteile kann es geben und hin und wieder sind sie nützlich.  Doch mit ihnen lassen sich nicht alle Übersetzungsprobleme lösen – manchmal haben sie keinen Nutzen. Der echte Mensch, der mit Emotionen und logischer Erfahrung arbeitet, ist hier gefragt – so können die bestmöglichen Ergebnisse erzielt werden.