Gehobene Ausdrucksweise – die Kunst der Sprache

Die Bemühung, sich gehoben auszudrücken, ist noch immer zeitgemäß. Momentan ist Jugendsprache zwar so beliebt wie nie zuvor und wird auch von Generationen aufgegriffen, die ihre Jugendphase bereits seit einigen Jahren hinter sich gelassen haben. Sogar in Bereichen der Gesellschaft, die sich noch vor einiger Zeit vehement von dem aktuellen
Slang abgegrenzt hätten, werden umgangssprachliche Trends aufgegriffen.

 

Tatsächlich bringt das Beherrschen gehobener Sprache aber viele Vorteile mit sich. So eröffnet eine Erweiterung des eigenen Wortschatzes z. B. Möglichkeiten in persönlicher und beruflicher Hinsicht.

 

Zum einen ermöglicht ein breiter Wortschatz eine gezieltere Kommunikation, da mögliche Missinterpretationen vermieden und schneller geklärt werden können. Das Gegenüber wird durch eine große Varianz an Ausdrucksmöglichkeiten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit die Botschaft empfangen, die vom Sender intendiert war.

 

Auch beruflich öffnet sprachliche Weiterbildung Türen und Tore. Wer sich präzise auszudrücken weiß, erlangt schneller Ergebnisse.

 

Besonders im Beruf des Dolmetschers und Übersetzers sind der Zugang zu gehobener Sprache und ein großer Wortschatz unerlässlich. Das Berufsbild erfordert nicht nur inhaltlich präzise Transferleistungen, sondern auch die stilistische Übersetzung in die Zielsprache.

 

Erweiterung des persönlichen Wortschatzes

 

Gute Nachricht: Wer sich sprachlich nicht sicher fühlt und Bildungsangebote in Schule und Familie nicht wahrnehmen konnte, kann mögliche sprachliche Lücken immer noch auffüllen. Durch gezielte Bildung ist es ein Leichtes, den eigenen Wortschatz zu bereichern. Das Wichtigste ist hierbei, Texte versierter Autoren zu lesen. Dabei empfiehlt es sich, sowohl auf Klassiker wie Thomas Mann und Siegfried Lenz zurückzugreifen als auch zeitgenössische Autoren und Rhetoriker zurate zu ziehen. Auch das Lesen aktueller Tageszeitungen und
Fachzeitschriften bietet sich an, um über einen breiten Pool an Vokabeln zu verfügen.

 

Die Kunst des Übersetzens und Dolmetschens

 

Tatsächlich ist konstante Weiterbildung das A und O eines jeden Dolmetschers und Übersetzers. Auch gehobene Sprache und Fachsprache verändert sich stetig. Um über aktuelle sowie ältere Sprachkenntnisse zu verfügen, sind Kenntnisse und Bildung in verschiedenen Bereichen sehr wichtig für den Beruf des Übersetzers. Konstante Praxis in
der Ausgangs- und Zielsprache ist der größte Garant für einen gelungenen sprachlichen Austausch.

 

So ist es ein (sprachlich) enormer Unterschied, ob die Übersetzung einer persönlichen Angelegenheit benötigt wird, ob es sich um das Dolmetschen während eines
Behördenganges handelt oder um die Kommunikation während einer internationalen Konferenz, bei der Experten verschiedener Kulturen und Sprachen aufeinandertreffen.
Gehobene Sprache ist somit nicht gleichzusetzen mit abgehoben, sondern steht für eine weltoffene, breit interessierte Orientierung.