In diesem Blog-Artikel begeben wir uns nicht auf Reisen in ferne Länder, sondern bleiben in Deutschland. Wie Sie wissen, befindet sich unser Übersetzungsbüro Multilingual Office in Essen und somit im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Hier werden die unterschiedlichsten Dialekte gesprochen, von Kölsch bis hin zum Münsterländer-Platt. All Denjenigen, die Deutsch als Fremdsprache erlernt haben und nun als Dolmetscher tätig sind, haben mit diesen unterschiedlichen Dialekten immer mal wieder zu kämpfen. Doch wie sind die deutschen Dialekte eigentlich entstanden?

Die germanischen Dialekte

Heute stoßen wir bei Reisen in ferne Länder auf unüberwindbare Sprachbarrieren, im eigenen Land hingegen seltener. Den Germanen erging es jedoch bereits in wesentlich kleineren Umkreisen so. Gerieten sie einmal an einen germanischen Stamm, der etwas weiter weg lebte, gab es Verständigungsprobleme. Sprache verändert sich durch ihre Nutzung und diese fand zu germanischen Zeiten in relativ kleinen, abgeschlossenen Kreisen statt. Von Stamm zu Stamm entwickelten sich somit verschiedene Dialekte, die schließlich zur sogenannten ersten Lautverschiebung führten. Hier fand eine Abspaltung zwischen den germanischen und indogermanischen Sprachen statt.

Unterschiede zwischen Nord und Süd

Mit der zweiten Lautverschiebung, zwischen 600 und 800 n. Chr., kam es zu einer weiteren Trennung im deutschen Sprachraum. Diesmal fand diese Trennung zwischen Nord und Süd statt. Im Süden und in der Mitte kam es nämlich zu einer Lautverschiebung und hier wurden von nun an hochdeutsche Dialekte gesprochen. Im Norden hingegen niederdeutsche Dialekte. P, T und K waren die Konsonanten, die im Hochdeutschen nun anders ausgesprochen wurden und zwar wie folgt: P wurde zu PF oder F, T zu S oder Z und das K zu CH. Aus ‚Appel‘ wurde in den hochdeutschen Dialekten ‚Apfel‘, während im Norden auch weiterhin von ‚wat‘ anstatt ‚was‘ die Rede ist.

Hochdeutsche Dialekte

Doch hier hören die Unterschiede nicht auf. Im hochdeutschen Dialekt konnten noch weitere Feinheiten gefunden werden. Hier gab es nämlich die Untergruppen mitteldeutsche und oberdeutsche Dialekte. Bei Letzteren kam es zum Ende des Mittelalters nicht zu einer Vokalveränderung. Hier wurde noch weiterhin ‚min nü hus‘ gesagt, während im mitteldeutschen aus diesem Satz ‚mein neues Haus‘ wurde.

Dialekte in Deutschland heute

Heutzutage werden in Deutschland 16 übergeordnete Dialekte gesprochen, die sich noch weiter unterteilen lassen. Zu diesen großen Dialektverbänden gehören unter anderem das Westfälische, Bayerische und Rheinfränkische. In der Stadt wird in Deutschland mittlerweile seltener Dialekt gesprochen als auf dem Land. Den Bildungsstand eines Menschen können Sie hingegen nicht dadurch heraushören, ob jemand Dialekt spricht oder nicht.

Welchen Dialekt sprechen Sie?